Baudarlehen: Vergleich und Verhandlung bei Anschlussfinanzierung

Bei Immobilienfinanzierungen mithilfe von Baudarlehen ist mit der Abzahlung der Kreditsumme zumeist nicht der komplette Kaufbetrag getilgt. Eine entsprechende Anschlussfinanzierung ist somit notwendig. Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Anschlussfinanzierung zu gestalten:

  • Nutzung eines Bausparkredites auf Grundlage eines abgeschlossenen Bausparvertrages
  • Kreditverlängerung bei der kreditgebenden Hausbank (Prolongation)
  • Umschuldung und gegebenenfalls Bankwechsel
  • Abschluss eines Forward- bzw. Vorausdarlehens.

Bausparkredit zur Anschlussfinanzierung – früher an später denken

Da insbesondere bei Baudarlehen die Notwendigkeit einer Anschlussfinanzierung oftmals abzusehen ist, kann es ratsam sein mit Beginn des Kreditvertrages einen Bausparvertrag abzuschließen. Mit diesem kann in Absprache mit der kredit- und bausparvertragsgebenden Bank später die Anschlussfinanzierung gestaltet werden. Zum einen kann die angesparte Summe und zum anderen der zumeist zinsgünstige Bausparkredit zur Ablösung des ausgelaufenen Baukredites genutzt werden.

Kreditverlängerung bei der kreditgebenden Hausbank oder Bankwechsel

Läuft ein Baudarlehen aus, so stellen die kreditgebenden Bank zumeist automatisch ein Angebot zur Anschlussfinanzierung (Prolongation). Dieses sollte in jedem Falle nach verhandelt werden. Denn insbesondere nach dem Vergleich mit anderen Kreditanbietern können so günstigere Konditionen für die Anschlussfinanzierung eines Baudarlehens erreicht werden. Beim Vergleich und der Verhandlung mit den Kreditanbietern sollten folgende Punkte im Mittelpunkt stehen:

  • Höhe der Zinsen und Raten
  • Laufzeit der Anschlussfinanzierung
  • Möglichkeiten zur Sondertilgung.

Bietet ein anderer Kreditgeber trotz Nachverhandlung mit der eigenen Hausbank bessere Konditionen, so sollte ein Bankwechsel in Betracht gezogen werden. Oftmals kann ein kostenloser Baudarlehen Vergleich im Internet helfen, die verschiedenen Angebote gründlich miteinander zu vergleichen und das individuell beste zu bestimmen.

Forward-Darlehen – derzeitig günstige Zinsen sichern

Sofern sich die Frage der Anschlussfinanzierung in zwölf bis sechzig Monaten stellt, kann der Abschluss eines sogenannten Forward-Darlehens (Vorausdarlehens) sinnvoll sein. Mit diesem können mit einem vergleichsweise geringen Zinsaufschlag bestehende günstige Zinskonditionen für einen späteren Zeitpunkt gesichert werden. Bei einem Forward-Darlehen handelt es sich um den Abschluss eines eigenständigen Neukredits, der im Anschluss an das aktuelle Baudarlehen unter bestehenden Zinskonditionen beginnt. Angesichts zukünftig steigender Zinsen ist diese Kreditform für eine mittelfristig anstehende Anschlussfinanzierung derzeit empfehlenswert.

Fazit: Nachfragen. Vergleichen. Verhandeln.

Für wen welche Form der Anschlussfinanzierung die richtige ist, das hängt von der individuellen Situation der jeweiligen Kreditnehmer ab. Grundsätzlich gilt: Es sollten unbedingt eine ausführliche Beratung in Anspruch genommen und Verhandlungsspielräume genutzt werden. Deshalb ist es ratsam, dass jeder Kreditnehmer sich schon so frühzeitig über die Gestaltungsmöglichkeiten einer Anschlussfinanzierung informiert.

Bildquelle: Daniel Bujack – Fotolia.com

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